Ratgeber: Optimierung · 4 Min. Lesezeit

U1-Umlagesätze im Vergleich 2026

Die sätze unterscheiden sich je nach Krankenkasse um bis zu 0,77 Prozentpunkte — bei 10 Mitarbeitenden macht das über 2.000 € Jahresunterschied.

U1-Optimiererwählbare Sätze je Kasse gerechnet

Kapitel 01

Warum unterscheiden sich die Umlagesätze?

Jede Krankenkasse kalkuliert ihre U1-Umlagesätze eigenständig auf Basis ihres Versichertenkollektivs, der historischen Erstattungsquoten und der Verwaltungskosten. Da diese Faktoren sich je Kasse unterscheiden, variieren auch die Sätze erheblich.

Kassen mit vielen jungen, gesunden Mitgliedern und niedrigem können niedrigere Sätze kalkulieren. Kassen mit älterem oder krankheitsanfälligerem Versichertenkollektiv müssen höhere Sätze erheben.

Für Arbeitgeber ist der der Krankenkasse ihrer Mitarbeitenden ein wichtiger Kostenfaktor — auch wenn er nicht direkt beeinflussbar ist. Die Tarifstufe hingegen ist vollständig in der Hand des Arbeitgebers.

Kapitel 02

Aktuelle Sätze der größten Krankenkassen (2026)

Günstigste Kassen beim 70%-Tarif: BKK firmus 1,78 %, BKK ProVita 1,82 %, Salus BKK 1,85 %, BKK 24 1,85 %, mhplus BKK 1,88 %.

Mittleres Segment: TK 2,10 %, AOK PLUS 2,10 %, BKK Mobil Oil 2,10 %, hkk 1,95 %, pronova BKK 1,95 %, actimonda BKK 1,95 %.

Höheres Segment: BARMER 2,40 %, IKK classic 2,30 %, KKH 2,25 %, IKK Südwest 2,20 %, DAK 2,50 %, KNAPPSCHAFT 2,55 %.

Kapitel 03

Was bedeuten die Unterschiede für Arbeitgeber?

Bei einem Mitarbeiter mit 3.500 € Brutto macht der Unterschied zwischen BKK firmus (1,78 %) und KNAPPSCHAFT (2,55 %) beim 70 %-Tarif ca. 323 €/Jahr. Bei 10 solchen Mitarbeitenden sind das 3.230 €/Jahr.

Diese Unterschiede sind jedoch nur relevant, wenn Mitarbeitende theoretisch die Kasse wechseln könnten oder würden. Für den aktuellen Personalbestand ist die Tarifstufenwahl der unmittelbarere Hebel.

Beim Vergleich von Tarifstufen innerhalb einer Kasse gilt: Die Entscheidung, ob der 70 %- oder 80 %-Tarif günstiger ist, hängt ausschließlich vom Krankenstand ab — nicht von der absoluten Höhe des Beitragssatzes.

Kapitel 04

Rechenbeispiel: Zwei Kassen im direkten Vergleich

Betrieb mit 8 Mitarbeitenden, Durchschnittsgehalt 3.200 € Brutto, Krankenstand 10 Tage/MA/Jahr. Szenario A: Alle bei TK (70%-Tarif: 2,10 %). Jahresbeitrag: 8 × 3.200 × 2,10 % × 12 = 6.451 €. Jahreserstattung bei 70 %: ca. 4.736 €. Nettokosten: 1.715 €.

Szenario B: Alle bei BKK firmus (70%-Tarif: 1,78 %). Jahresbeitrag: 8 × 3.200 × 1,78 % × 12 = 5.468 €. Jahreserstattung bei 70 %: ca. 4.736 €. Nettokosten: 732 €. Differenz: 983 €/Jahr zugunsten BKK firmus.

Das Beispiel zeigt: Bei identischem Erstattungsanspruch zahlt der Betrieb bei der günstigeren Kasse deutlich weniger. In der Praxis sind die Erstattungsquoten identisch — nur die Beiträge unterscheiden sich. Die Kasse wählen allerdings die Beschäftigten selbst; der Arbeitgeber wählt bei Kassen mit Wahlmöglichkeit den passenden Satz.

Kapitel 05

Tarifstufenwahl und Satzvergleich: Was hat Priorität?

Für die meisten Betriebe ist die Tarifstufenwahl der unmittelbarere Hebel: Während die Kassenzugehörigkeit der Mitarbeitenden kaum beeinflusst werden kann, liegt die Tarifwahl vollständig beim Arbeitgeber. Ein Tarifwechsel ist jährlich möglich — und wirkt ab dem 1. Januar des Folgejahres.

Der Satzvergleich zwischen Kassen ist dennoch wertvoll: Bei Neueinstellungen gibt die Kassenzugehörigkeit des Bewerbers eine Information über die künftigen U1-Kosten. Bei gleichwertigen Kandidaten kann das als Hinweis dienen — ohne freilich zur Auswahlgrundlage zu werden.

Die optimale Strategie verbindet beides: Tarifstufen jährlich prüfen und anpassen (wirksam zum 1. Januar), und bei Neueinstellungen Kassensätze im Blick behalten (langfristig). Unser Tool unterstützt Sie bei beiden Schritten.

Fragen

Häufige Fragen

Werden die U1-Sätze jährlich angepasst?

Ja. Krankenkassen können ihre U1-Sätze jährlich anpassen. Arbeitgeber sollten die Sätze daher mindestens einmal jährlich prüfen — am besten im Oktober/November, wenn Tarifwechsel noch für das kommende Jahr möglich sind.

Wo finde ich die aktuellen U1-Sätze meiner Krankenkasse?

Die Sätze werden von den Krankenkassen auf ihren Websites veröffentlicht. Unser System hält eine aktualisierte Übersicht aller relevanten Kassen vor — abrufbar über die Kassenübersicht.

Lohnt sich der Satzvergleich, wenn ich keine Kontrolle über die Kassenwahl meiner Mitarbeiter habe?

Ja, aus zwei Gründen: Erstens gibt er Orientierung bei Neueinstellungen (als Information, nicht als Auswahlkriterium). Zweitens zeigt er, wie sich die Kassenstruktur Ihres Betriebs auf die Gesamtbelastung auswirkt — unabhängig von der Tarifstufe.

Warum haben BKK-Kassen oft niedrigere U1-Sätze als AOK oder BARMER?

Betriebliche Krankenkassen (BKK) haben oft ein günstigeres Versichertenkollektiv: jüngere, gesündere Mitglieder aus bestimmten Branchen. Das ermöglicht niedrigere Sätze. Zudem sind BKKs oft schlanker in der Verwaltung. Für Arbeitgeber bedeutet das: Mitarbeitende bei BKKs verursachen tendenziell niedrigere U1-Beiträge.

Nächster Schritt

Wie viel können Sie sparen?

Laden Sie Ihre Mitarbeiterdaten hoch und sehen Sie, wie viel Sie im nächsten Jahr sparen können – kostenlos, ohne Abo, mit Geld-zurück-Garantie.

  • Aktueller Tarif optimal?
  • Einsparung ohne Wechsel
  • Geld-zurück-Garantie

Keine Registrierung für die Analyse. Kein Abo.

Neuer Satz1. Januargilt ab dem 1. Januar des Folgejahres